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Shared Leadership beginnt nicht mit Verantwortung – sondern mit Wahrnehmung

  • Autorenbild: Michele Neuland
    Michele Neuland
  • vor 5 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Viele Organisationen versuchen Shared Leadership einzuführen, indem sie Verantwortlichkeiten neu verteilen. Sie schaffen agile Rollen, etablieren selbstorganisierte Teams oder verändern Entscheidungsprozesse.


Doch all diese Maßnahmen beantworten noch nicht die eigentliche Frage:

Warum sollte Führung überhaupt zwischen Menschen entstehen?


Die Antwort liegt nicht in der Organisation von Arbeit, sondern in der Art, wie Menschen Wirklichkeit wahrnehmen.


Jeder Mensch nimmt seine Umwelt anders wahr. Er erkennt andere Muster, entdeckt andere Möglichkeiten und stellt andere Fragen. Gerade in komplexen Situationen ist keine dieser Perspektiven vollständig. Erst im Zusammenspiel entsteht ein umfassenderes Bild der Wirklichkeit.


Shared Leadership beginnt deshalb nicht mit der Verteilung von Verantwortung.

Es beginnt mit dem Teilen von Wahrnehmung.


Resonanz macht Führung möglich

Wahrnehmung allein verändert jedoch noch nichts.

  • Erst wenn eine Wahrnehmung bei anderen Menschen Resonanz erzeugt, beginnt etwas Neues zu entstehen.

  • Eine Beobachtung lässt andere aufhorchen.

  • Eine Idee bringt etwas in Bewegung.

  • Eine Frage verändert den Blick auf eine Situation.


Resonanz bedeutet dabei nicht Zustimmung. Sie beschreibt den Moment, in dem uns etwas innerlich berührt und unsere eigene Sicht erweitert. Genau in diesem Moment entsteht gemeinsames Denken.


Shared Leadership ist deshalb kein Mechanismus der Aufgabenverteilung.

Es ist ein Prozess gemeinsamer Wirklichkeitsgestaltung.


mehrere Menschen, die auf dem Gipfel stehen und auf eine Berglandschaft schauen mit Vernetzungen im Himmel
Shared Leadership beginnt mit Wahrnehmung

Führung entsteht zwischen Menschen

Wenn unterschiedliche Wahrnehmungen in Resonanz treten, entsteht etwas, das keine einzelne Person allein hervorbringen könnte.

  • Neue Zusammenhänge werden sichtbar.

  • Neue Möglichkeiten entstehen.

  • Neue Entscheidungen werden denkbar.


Führung entwickelt sich dadurch nicht aus Hierarchie, sondern aus dem gemeinsamen Erkenntnisprozess.

Sie wandert zu den Menschen, deren Wahrnehmung in der jeweiligen Situation den größten Beitrag leisten kann.

  • Mal ist es die Führungskraft.

  • Mal eine Expertin.

  • Mal ein Mitarbeiter mit einer ungewöhnlichen Beobachtung.

  • Mal das Team selbst.

Führung wird damit zu einer emergenten Eigenschaft eines sozialen Systems.


Die eigentliche Aufgabe moderner Führung

Die Rolle einer Führungskraft verändert sich dadurch grundlegend.

  • Sie muss nicht permanent selbst führen.

  • Sie schafft vielmehr die Bedingungen, unter denen Führung entstehen kann.

  • Sie sorgt dafür, dass Menschen ihre Wahrnehmungen einbringen können.

  • Dass unterschiedliche Perspektiven gehört werden.

  • Dass Resonanz entstehen darf.

  • Und dass aus dieser Resonanz gemeinsames Handeln wird.


Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Führungsaufgabe unserer Zeit:

Nicht Menschen zu steuern.


Sondern Räume zu schaffen, in denen gemeinsame Wahrnehmung möglich wird und daraus Zukunft entstehen kann.

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